Die römischen Solidarobligationen

Eine Neubesichtigung unter aktionenrechtlichen Aspekten

EAN13 : 9782821846470

• Fichier PDF sans DRM [Aide]

• Fichier EPUB sans DRM [Aide]

• Fichier Mobipocket sans DRM [Aide]

• Lecture en ligne [Aide]

69.99€
Das Problem der römischen Korreal- und Solidarobligationen ist mit der
theologischen Frage der Dreieinigkeit zu vergleichen, wie Rudolf von Jhering,
einer der berühmtesten Juristen des 19. Jahrhunderts in „Scherz und Ernst in
der Jurisprudenz – Eine Weihnachtsgabe für das juristische Publikum“ 1884
formulierte: Es sei schlicht nicht theoretisch lösbar, sondern allenfalls auf
rechtspraktischem Wege. Die gewissermaßen überzeitlichen Fragen treten auch
heute noch in gleicher Weise auf, etwa wenn Partner einer nichtehelichen
Lebensgemeinschaft eine Wohnung anmieten. In der Folge sind beide dem
Vermieter zur Zahlung des vollen Mietzinses verpflichtet, der Vermieter soll
die Miete insgesamt aber nur einmal erhalten. Obwohl das BGB die
römischrechtlichen Ideen nicht vollständig übernommen hat, stellen sich die
alten Probleme, wenn auch in neuer Verkleidung, immer wieder und sind
letztlich ebenso ungelöst wie die Deutung der antiken Quellen. Die Arbeit
Steiners geht zurück an die Wurzeln des römischen Rechts und macht deutlich,
daß ein Verständnis der antiken Vorstellungen nur möglich wird, wenn die
praktische Umsetzung der überlieferten Quellen im Gerichtsverfahren mit
bedacht wird. Es zeigt sich einmal mehr, daß die römischen Juristen keine
rechtwissenschaftlichen Glasperlenspiele betrieben haben, sondern solche eher
den pandektistischen Lehren des 19. Jahrhunderts zuzurechnen sind, welche auf
die Schaffung des BGB maßgeblich eingewirkt haben. Der rechtslogische Mythos
der Solidarobligationen löst sich auf, wenn der enorme rechtspraktische Sinn
der damaligen Fachjurisprudenz und die römische Prozeßordnung zur Grundlage
der Quelleninterpretation gemacht werden.

Commentaires

Identifiez-vous pour écrire un commentaire.