Das Privatrecht der griechischen Urkunden vom Mittleren Euphrat

P.Euphr. 6 - P.Euphr. 15

EAN13 : 9791036555923

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Das außergewöhnliche Dossier von Pergament- und Papyrusurkunden aus den
Provinzen Syria Coele und Mesopotamia (P.Euphr.) bereichert unsere Kenntnis
vom gelebten Recht in einer Grenzregion des Römischen Reiches im kriegerischen
dritten Jahrhundert nach Christus. Die Urkunden vom Mittleren Euphrat, die
alle aus der Epoche nach der Constitutio Antoniniana stammen, stellen eine
singuläre Erkenntnisquelle für die bürgerliche Geschäftswelt dieser Region
dar, aus der bislang hauptsächlich die in militärischem Umfeld verfassten
Urkunden aus Dura Europos bekannt waren. Als Texte, die nicht mit dem Blick
auf ein Publikum konzipiert wurden, sind die untersuchten Urkunden
zuverlässige Zeugnisse für die Strukturen der alltäglichen antiken Realität.
Die Arbeit, die sich auf die Vertragsurkunden P.Euphr. 6 - P.Euphr. 15
konzentriert, bietet den ersten umfassenden privatrechtsgeschichtlichen
Kommentar zu den Euphratpapyri aus dezidiert juristischer Perspektive. Der
Inhalt der Urkunden umfasst den Verkauf mehrerer Sklaven, eines Tieres und
eines Bootes, eine Verwahrung, ein hypothekarisch gesichertes Darlehen mit
Antichrese, einen Schulderlass und eine unvollendete Urkunde. Zu mehreren
Urkunden legt die Autorin erstmalig deutsche Übersetzungen vor. Durch stetige
Vergleiche mit den Urkunden aus Ägypten einerseits und den Urkunden aus Dura
Europos und aus dem Archiv der Babatha andererseits werden im juristischen
Kommentar die in den Texten belegten Rechtsinstitute in den Rahmen der
Urkundenpraxis in den Provinzen eingeordnet und mögliche Entwicklungslinien
aus den verschiedenen Rechtskreisen und Geschäftsgewohnheiten aufgezeigt,
wobei auch altorientalische Rechtsinstitute berücksichtigt werden. Ebenso
werden die Urkundentäfelchen aus dem Geschäftsleben der westlichen Regionen
des Römischen Reiches miteinbezogen. Parallel dazu erfolgt eine eingehende
Erforschung des Einflusses des abstrakten römischen Rechts, wie es
insbesondere im CIC und in den Institutionen des Gaius überliefert ist, sowie
des griechisch-hellenistischen Rechtskreises. Ein besonderer inhaltlicher
Schwerpunkt liegt auf der Rechts- und Sachmängelgewährleistung beim Kauf von
Sklaven und Tieren. Einen weiteren wichtigen Fokus der Arbeit bildet die
Erforschung der Stellung der Frau im Wirtschaftsleben dieser Epoche, wie sie
aus den Urkunden erkennbar ist.

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